Forderung nach mehr Barrierefreiheit

Mit einer symbolischen Sperrung der Martinitreppe haben am Samstag, 2. Mai 2026, rund 70 Menschen auf die fehlende barrierefreie Verbindung zwischen Mindens Ober- und Unterstadt aufmerksam gemacht. Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator, Familien sowie zahlreiche weitere Unterstützerinnen und Unterstützer beteiligten sich an der Aktion und spannten Flatterband über den Bereich der Treppe.

Im Mittelpunkt der Kundgebung stand die Forderung nach einem Aufzug an der Martinitreppe. Anlass für die Aktion war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Zu den Organisatoren gehörten unter anderem die „Mindener Fittinge“ rund um Veranstalterin Monika Bitzan, die sich über die große Beteiligung freute.

Dabei betrifft die fehlende Barrierefreiheit längst nicht nur Menschen mit Behinderungen. Auch ältere Menschen, Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit schweren Einkäufen stoßen an der Martinitreppe schnell an ihre Grenzen.

Auf verteilten Flugblättern machten die Initiatoren deutlich, welche Umwege Menschen in Kauf nehmen müssen, wenn sie die Treppe nicht nutzen können. Eine alternative Strecke beträgt demnach rund 2,1 Kilometer und bedeutet für einen durchschnittlichen Fußgänger etwa 27 Minuten zusätzlichen Weg. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität dauert dieser Weg erheblich länger oder ist teilweise überhaupt nicht zu bewältigen. Andere mögliche Verbindungen stellen aufgrund von Steigungen von bis zu sechs Prozent ebenfalls keine geeignete Alternative dar.

Der Beirat für Menschen mit Behinderung erinnerte zudem daran, dass über eine barrierefreie Lösung an dieser Stelle bereits seit rund 20 Jahren gesprochen wird. Immer wieder habe es Planungen und Überlegungen gegeben – umgesetzt worden sei ein entsprechendes Projekt bislang jedoch nicht.

Ein weiterer besonderer Moment der Aktion war die symbolische Benennung des Platzes am Fuß der Martinitreppe als „Ulla-Jäger-Platz“. Damit erinnerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die 1995 verstorbene Mindenerin Ulla Jäger. Sie hatte sich über viele Jahre politisch und gesellschaftlich für die Interessen von Menschen mit Behinderungen eingesetzt und war maßgeblich an der Gründung des Beirats für Menschen mit Behinderung beteiligt.

Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte die Band Kleefisch aus dem Café Klee der Diakonie.

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